Menu
K

Book of Kells Die Grafiken

Seit Ende meines Kunststudiums habe ich mich auf Ornamentik spezialisiert und dabei im wesentlichen auf die keltischen und germanischen Bildwerke. Schon vor Beginn der geschriebenen Geschichte standen alte Kulturen in hoher Blüte. Die ornamentale Bildsprache von Kelten und Germanen enthält systematische Gestaltungsregeln die es erlauben die gleichen Ornamente heute neu zu zeichnen. Hat man das System einmal begriffen, kann man sozusagen alte Bildwerke als Neue authentisch wiedergeben. Man findet archäologisch die Grafiken in Schmuck, Zaumzeug, als Holzschnitzereien, vor allem erhalten als Refiefs in Metall, aber auch im Buchdruck. Die irisch-schottischen Evangeliare wie etwa das "Book of Kells" zeigen die ganze Kunstfertigkeit die schon lange vor dem 7. Jahrhundert bestanden haben muß. 

Rechts sieht man eine Schmuckseite aus dem Book of Kells. Im Detail erkannt man, das ein Tierleib als Relief vollständig dargestellt ist. Darunter eine eigene Zeichnung, das Prinzip etwas abgewandelt. 

 

 Zeichenung: Zwei Wolfsleiber im Tierstil II

Runen

Als Runen bezeichnet man im allgemeinen die Schriftzeichen der vor- und frühhistorischen Germanen. Runen können einerseits als Zeichen für jeweils einen Laut oder für eine Lautverbindung geschrieben werden. Andererseits stehen die Zeichen auch für die jeweiligen Begriffe, deren Namen sie tragen. So steht die Rune "Fehu" nicht nur für den Laut F, sondern auch für das Wort "Vieh". Runen dienten damit als Verkehrsschrift (vollständiges Alphabet) als auch dem Orakel. So kann Fehu im übertragenen Sinne etwa für Reichtum stehen. Einen Überblick findet man hier: Eine Reise durch das Futhark

 

Die Etymologie des Wortes "Rune" kommt wohl vom Wort "raunen" und / oder gehört zu einer homonymen Wurzel *Run- "Einritzung". Das Wort "schreiben" verdeutlicht das als altsächsisch und altgermanische (as., ags.) writan, althochdeutsch (ahd.) rizzan, englisch to write. Eine zum Los oder Orakel verwendete Rune wurde in ein Buchenstäbchen geritzt. Davon kommt unser Wort "Buchstabe". (ahd.) buohstab, (an.) bokstafr. Das Orakel wurde schließlich "gelesen": (ahd, afries.):.lesan, an. lesa, von dem das "losen, bzw. auslosen" kommt. 

Der Gebrauch von Runen als auch von alter Ornamentik findet hier im rein künstlerischen Kontext statt.